Sole Harlem 2021-03-11T07:37:02+00:00

SOLE HARLEM

In der Fotoserie SOLE HARLEM zeigen Louise Amelie und Aljaž Fuis das New Yorker Stadtviertel Harlem, wie sie es während ihres einjährigen Aufenthalts erlebt und kennengelernt haben. Die beiden jungen Fotografen haben sich eingehend mit den Bewohnern Harlems auseinandergesetzt und in Form eines umfangreichen Bildbandes den urbanen Lebensraum und die Diversität des Stadtteils dokumentiert.

Der Titel SOLE HARLEM weist auf die Einzigartigkeit Harlems und seiner Bewohner hin, in deren Mittelpunkt die Straßen des Bezirkes einen wichtigen Teil des urbanen und persönlichen Lebens einnehmen.

Seit seiner Gründung im 16. Jahrhundert durch holländische Pioniere hat sich Harlem bis heute stetig entwickelt, verändert und turbulente Zeiten durchgemacht.

Die Geschichte Harlems begann mit der Errichtung einer freien Welt jenseits von Europa, deren Vorzüge zunächst aber nur einer privilegierten Schicht zu Gute kamen. Es waren afroamerikanische Sklaven, die einst die erste Straße in der damals holländischen Kolonie bauten.

Bis heute haben Menschen verschiedener sozialer Schichten und ethnischer Herkunft in Harlem gelebt: Wohlhabende Immigranten und ihre Bedienstete, mittellose europäische, lateinamerikanische und afrikanische Immigranten sowie Arbeit und Zuflucht suchende Afroamerikaner aus dem Süden der Vereinigten Staaten.

In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Bild Harlems wesentlich geprägt durch die Harlem Renaissance, eine Blütezeit afroamerikanischer Kunst, Musik, Literatur und Philosophie. Harlem wurde ein Synonym für afroamerikanische Kunst und Kultur und eine Hochburg des Jazz.

In den Jahrzehnten danach leitete die Bürgerrechtsbewegung eine Welle des Protests und der Revolte gegen die etablierte weiße Vorherrschaft ein.

Was darauf folgte, hat sich bis heute als Klischee von Harlem konserviert: Armut, Drogen, Kriminalität und für die Bewohner wenig Hoffnung auf ein besseres Leben.

Heute ist Harlem aufgrund seiner Lage nördlich des Central Parks im Stadtteil (Borough) Manhattan wieder attraktiv und angesagt, was auch eine fortschreitende Gentrifizierung zur Folge hat.

In dieser Ausstellung nehmen Louise Amelie und Aljaž Fuis uns mit auf einen Spaziergang durch das heutige Harlem, das in den noch nicht gentrifizierten Teilen überwiegend von black and brown communities bewohnt wird.  

Eindrucksvolle Einzel- und Gruppenportraits, Bilder urbaner Architektur und des täglichen Lebens seiner Bewohner vermitteln einen Eindruck davon, was Harlem heute ist und was es so einzigartig macht. Alle Fotografien erzählen Geschichten, und zwar alltägliche genauso wie symbol- und geschichtsträchtige.

All diese Eindrücke aufzunehmen und sie mit den eigenen Vorstellungen von Harlem zu reflektieren obliegt dem Besucher der Ausstellung.

Die auch als Buch erschienene Serie SOLE HARLEM wurde mit dem Deutschen Fotobuch Preis 18/19 ausgezeichnet.

Das auch das Ausstellungsplakat zierende Foto „Woman In Blue“ wurde 2019 in die von Magnum Photos und dem British Journal Of Photography gemeinsam herausgegebene Sammlung „Portait Of Humanity“ aufgenommen.